Einfach gemeinsam leben e.V.

Tiny House Dorf Gelting - Oberbayern

Tiny House Dorf Gelting – Oberbayern

Unser erstes Projekt für ein Tiny-House-Dorf ist, sofern wir die nötigen Genehmigungen erhalten, ein Grundstück mit sieben Parzellen à ca. 150 m², einem Dorfplatz und einem kleinen Gemeinschaftsgarten. Wir sind uns mit dem Verkäufer einig. Leider gibt es bei dem Grundstück einen Haken, für den wir derzeit nach einer Lösung suchen: Der Flächennutzungsplan zeichnet das Grundstück, obwohl komplett erschlossen (mit Wasseranschluss, Kleinkläranlage, Stromanschluss, Telefonanschluss, geteerter Straße bis zur Einfahrt, eigene Hausnummer) als Außengebiet zur landwirtschaftlichen Nutzung aus. Auf Flächen des Außenbereichs ist das Bauen und Wohnen nicht gestattet. Ein solches Grundstück umzuwidmen und somit „bewohnbar“ zu machen ist ein langwieriger und schwieriger Prozess. Was genau dafür die Hintergründe sind und warum wir trotzdem eine Chance für uns sehen, würde den Rahmen an dieser Stelle sprengen.

Da wir mittlerweile sehr viele Anfragen bzgl. Mitwohnmöglichkeit in diesem Projekt bekommen haben: Die sieben Plätze wären bei erfolgreicher Umsetzung bereits belegt.

Ansprechpartner ist Thorsten Thane. Ihr erreicht Thorsten unten: thorsten@einfach-gemeinsam-leben.info

Stand der Dinge

– Die Initiative zu Gründung eines Tiny House Dorfes auf Geretsrieder Flur entstand innerhalb einer kleinen Gruppe von 6 Personen, die sich seit Anfang 2018 nun regelmäßig getroffen und an diesem Thema gearbeitet haben.
– Die erste Kontaktaufnahme mit der Stadt Geretsried erfolgte im Frühjahr 2018, durch eine Anfrage beim Bauamt. Hier wurde zunächst nach einem städtischen Grundstück zur Pacht angefragt. Alternativ, ob es im Rahmen der Neuauflage des Flächennutzungsplans diesbezüglich eine Berücksichtigung geben könnte. Ersteres wurde nach ca. zwei Monaten verneint, die Antwort zur Berücksichtigung im neuen Flächennutzungsplan wurde bis heute nicht beantwortet.
– Im Frühsommer 2018 bekam unsere Gruppe das Angebot eine Wiese aus privater Hand in der Ziegelei in Gelting zu kaufen und auf dieser das Projekt „Tiny House Dorf Gelting“ zu entwickeln. Das Problem bei diesem Grundstück, es liegt, obwohl komplett erschlossen und mit ca. 40 Anwohnern in der Nachbarschaft, laut Flächennutzungsplan im Außengebiet.
– Im Sommer 2018 gab es ein erstes Gespräch mit dem Bürgermeister Michael Müller und dem Bauamtsleiter Rainer Goldstein um das Vorhaben noch einmal offiziell bei der Stadt vorzustellen. In diesem Gespräch wurde uns geraten, auf Grund des nicht vorhandenen Bebauungsplans für das Gebiet der Ziegelei, bevor wir mit dem Vorhaben vor den Stadtrat gehen, erst einmal die Stadtratsmitglieder zu besuchen und das Projekt in kleineren Runden zu präsentieren.
– Auf Grund der politisch und rechtlich immer schwieriger werdenden Situation, wurde entschieden, der Initiative zur Gründung des Tiny House Dorfes einen rechtlichen Status zu Verleihen. Im Oktober 2018 wurde daher der „Einfach gemeinsam leben e.V.“ gegründet. Anfangs sollte dieser nur die Gründung des Projekts als Vereinszweck haben, dieses stellte sich aber nach kurzer Zeit als nicht praktikabel heraus und somit wurde die Satzung des Vereins noch einmal geändert. Ziel ist es nun, dem Thema „Mobile Kleinwohnformen“ auf politischer Ebene Gehör zu verschaffen und entsprechende Regelungen zur vereinfachten Genehmigung als Wohnraum zu erreichen. Der Verein erfüllt daher nun auch die Voraussetzungen als „gemeinnützig“ arbeiten zu können und ist als solcher auch im Vereinsregister München eingetragen. Seit Gründung des Vereins, mit 14 Gründungsmitgliedern, ist dieser in den ersten sechs Monaten bereits auf knappe 40 Mitglieder angewachsen. Zudem vernetzt sich der Verein Bayern- und Bundesweit mit anderen Initiativen die das gleiche Ziel verfolgen. In diesem Rahmen sind nun bereits entsprechende Petitionen in Vorbereitzung.
– Im Herbst und Winter 2018/2019 wurden die einzelnen Fraktionen bei ihren Stammtischen besucht und das Projekt „Tiny House Dorf Gelting“ diskutiert. Trotz einiger Bedenken bzgl. des Grundstücks in der Ziegelei, wurde das Projekt in den meisten Fällen als positiv beurteilt.
– Nachdem wir im März und April 2019 mehrfach per Email um einen weiteren Termin bei der Stadt gebeten hatten, wurde uns durch das Bauamt mitgeteilt, dass das Projekt in Gelting auf Grund der Gesetzeslage nicht umsetzbar sei. Auf eine weitere Nachfrage, ob dieses nun die offizielle Stellungnahme der Stadt sei, wurde uns Mitgeteilt, dass dies nur eine Erklärung zur aktuellen Rechtslage darstellen würde.
– Im Mai haben wir einen offenen Brief an den Stadtrat der Stadt Geretsried übergeben. Hierin fordern wir eine ofizielle Stellungnahme zu drei Fragen:
1. Wie steht die Stadt Geretsried zum Vorhaben, auf Geretsrieder Flur ein Tiny House Dorf (mit bis zu 10 Stellplätzen) zu ermöglichen?
2. Im Falle einer, für das Projekt, positiven Haltung, wie würde die Stadt ein solches Projekt unterstützen? Politisch? Über eine Berücksichtigung in der Neuauflage des Flächennutzungsplans und/oder ein Grundstück zur Pacht? Finanziell?
3. Laut Baunutzungsverodnung (https://www.gesetze-im-internet.de/baunvo/) vom 04.05.2017 (BGBl. I S. 1057) §4a (besondere Wohngebiete) ist es Kommunen erlaubt unter Berücksichtigung ihrer Eigenart, die Wohnnutzung zu erhalten und fortzuentwickeln (siehe Anlage). Da es sich bei der Ziegelei eindeutig ein bereits bewohntes und erschlossene Gebiet handelt, kann sich die Stadt Geretsried vorstellen, eine Genehmigung für das Grundstück in der Ziegelei 7 zu erteilen? Und, oder eine generelle Erlaubnis für mobilen Wohnraum in der Ziegelei zu schaffen?
– Der Stadtrat übergibt, mit Beschluss vom 25.06.2019 unser Anliegen an den Entwicklungs- und Planungsausschuss der Stadt Geretsried.
– Im Juli 2019 Erteilt der Entwicklungs- und Planungsausschuss eine Absage zum geplanten Projekt in Geretsried-Gelting. Der Ausschuss spricht sich aber gleichzeitig positiv über das Konzept des Tiny House Dorfs aus und sagt, „wenn sich die Rechtslage ändert oder ein anderes Grundstück gefunden wird, steht die Stadt dem Projekt nicht im Weg“.