Einfach gemeinsam leben e.V.

Über uns

Das Tiny House

Als Tiny House werden kleine, voll ausgestattete Häuser bezeichnet, die eine Grundfläche von ca. 16 – 30 m² haben. Diese Häuser sind in der Regel mobil. Entweder weil sie selber auf einem Hänger gebaut sind (so genanntes Tiny House on Wheels) oder in der Bauweise eines Containers gebaut wurden, welcher sich mittels LKW mobilisieren lässt.
Für unser erstes Projekt haben wir uns für ein Tiny-House-Dorf entschieden. Die Gründe dafür sind vielfältig:

1. Ein Tiny House kostet je nach Ausstattung zwischen 30.000 € und 100.000 €. Somit bietet das Tiny House die Möglichkeit, Wohneigentum zu schaffen, ohne einen unübersehbaren Schuldenberg anhäufen zu müssen.

2. Bauland in Ballungsgebieten und deren Speckgürtel sind durch Grundstücksspekulation und die immer geringere Verfügbarkeit für einen normal verdienenden Menschen nicht mehr finanzierbar. Das Tiny House bietet durch seine mobile Bauweise die Möglichkeit, auch auf Flächen zu stehen, die kein Bauland sind, aber einen Status der Sondernutzung haben. Somit können Flächen genutzt werden, die nicht in Konkurrenz zum sozialen Wohnungsbau oder der Grundstücksspekulation stehen – vorausgesetzt, die Politik leistet hier die entsprechenden Voraussetzungen.

3. Das Tiny House bietet auf Grund seiner Größe genügend Platz, um die Privatsphäre der Dorfbewohner in genügender Weise zu berücksichtigen. Umgekehrt soll es die Bewohner aber auch dazu animieren, möglichst viel Zeit außerhalb der eigenen vier Wände zu verbringen und sich in das Gemeinschaftsleben einzubringen. Dies soll durch einen zentralen Ort als Treffpunkt zusätzlich gefördert werden.

Konzept gegen Altersarmut

Wenn die Politik davon spricht, die Rentner besser zu stellen, sieht das in der Praxis leider genau nach dem Gegenteil aus. Wird die Rente um 2% erhöht, fallen hinten durch die Doppelversteuerung der Rente bei den Empfängern höhere Steuern an. Fazit: Der Geldbeutel ist leerer als zuvor.

Zukünftigen Rentengenerationen wird die Rente permanent im Vorfeld gekürzt. Lag das deutsche Durchschnittseinkommen, an dem sich die Höhe der erworbenen Rentenpunkte ermisst, 2012 noch bei
32 446,- €, so ist dieses aktuell bereits bei 37 873,- € festgelegt. Hier sieht die Praxis dann so aus, dass sich die Anteile an den Rentenpunkten bei gleichbleibendem Einkommen von Jahr zu Jahr verringern. Und das in einem prozentual höheren Verhältnis, als die Renten in der Auszahlung angepasst werden.

Um von diesem System unabhängiger zu werden und der Altersarmut vorzubeugen, soll unsere Gemeinschaft generationsübergreifend gestaltet werden. Ältere Menschen profitieren somit von der Unterstützung der Jüngeren und können umgekehrt durch ihre Lebenserfahrung und kleinere Aufgaben einen wichtigen und gewollten Beitrag zurück in die Gemeinschaft geben. Angesichts der viel niedrigeren Lebenshaltungskosten im Bereich der Miete (Wohneigentum im eigenen Tiny House) ist dies ein nachhaltiger Beitrag gegen die Altersarmut.

Nachhaltige und integrative Lebensgestaltung

Wir wollen mit unserem Verein und seinem Pilotprojekt, dem Tiny-House-Dorf, auch einen, wie wir finden, unvermeidbaren Schritt in ein bewussteres Konsumverhalten gehen. Unser Planet ächzt unter der Belastung, die wir ihm als Bewohner durch unseren unstillbaren Konsum antun. Wir verbrauchen endliche Ressourcen, als wären diese unendlich verfügbar. Wir produzieren Müll, nur um uns ein paar Minuten gut zu fühlen. Coffee to go, Strohhalme, der Mittagssalat aus dem Supermarkt. Mit dem naturnahen Leben im und rund um die Tiny Houses soll das Bewusstsein für das eigene Konsumverhalten geschärft werden. Wenig Platz bedeutet Planung der eigenen Ressourcen. Anschaffungen wollen gut überlegt sein. Braucht es dieses oder jenes Teil wirklich? Eine Frage, die sich auch in den Alltag außerhalb des Dorfes tragen soll.

Wir sehen all das als eine Möglichkeit, eine eigentlich uralte Form der Gemeinschaft wiederzubeleben. Das dörfliche Miteinander, in dem Menschen mit- und voneinander profitieren, ohne ihre Individualität aufgeben zu müssen. All das mag sich für den einen oder anderen wie Spinnerei und nicht umsetzbar anhören. Wir glauben, es ist eine von vielen Möglichkeiten, selbst mitzugestalten und nicht nur darauf zu warten, dass die Politik schon irgendwie alles richten wird.

Umgekehrt brauchen wir die Politik, um Wege wie diesen legal zu ermöglichen. Wir brauchen Politiker, die sich trauen, etwas Neues auszuprobieren. Wir brauchen Politiker mit dem Mut, etwas verändern zu wollen.
Unser Verein versteht sich daher als Stimme für Menschen, die ihre Lebensplanung selber in die Hand nehmen wollen – als aktive Mitglieder oder auch Förderer des Vereins oder dessen Projekten.